AERZTE Steiermark | März 2018

ÆRZTE Steiermark  || 03|2018 11 COVER Sie hinunter, und auf dem Weg passiert irgendetwas. Ich würde es wirklich sehr begrü- ßen, wenn man ganz offen und ohne Scheuklappen da- rüber diskutieren würde, das Konzept so zu machen, wie man es vorhat – aber überall, wo es ein Krankenhaus gibt, die Ordination, das Primär- versorgungszentrum direkt in das Spital zu integrieren. Das soll von niedergelassenen Ärzten gemacht werden, keine Frage. Wenn der niedergelas- sene Arzt dann entscheidet, dass etwas genauer abzuklä- ren ist … AERZTE Steiermark: Zwi- schenfrage: Nur in den Räumlichkeiten oder auch in unternehmerischer Verknüp- fung mit dem Spital? Dörflinger: In den Räum- lichkeiten des Spitals. Aber als Tätigkeit eines niederge- lassenen Arztes, dem man klar getrennte Ordinations- räumlichkeiten zur Verfü- gung stellt. Ich würde mich nur als Patient wohler fühlen, wenn ich, weil der Arzt es sagt, gegebenenfalls für eine zusätzliche Abklärung gleich weiter in die Ambulanz gehen kann. Das wäre aus meiner Sicht ein funktionierender Lenkungseffekt. Ich würde eine stärkere Kooperation zwischen niedergelassenen Ärzten und Spitälern als Mög- lichkeit sehen. AERZTE Steiermark: Nur ein Einzelfall: Eine nieder- gelassene Ärztin wurde zu einem Hausbesuch gerufen. Als sie ankam, war das Haus leer, der Patient mit einem Infekt in der Spitalsambu- lanz. Würde entsprechende Informationsarbeit bei den Patienten helfen? Dörflinger: Ich bin da nicht sehr optimistisch. Wenn es um Gesundheit geht, wenn jemand das Gefühl hat, er ist ernsthaft krank, wird er schauen, dass er möglichst gut betreut wird. Dem Pa- tienten selbst zu überlassen, das abzuschätzen, halte ich für problematisch, auch weil es unterschiedliche Typen gibt: Der eine hat einen leich- ten Hinterwandinfarkt und sagt immer noch, mir tut nur der Rücken weh. Der andere denkt, weil er schlecht Luft bekommt, er habe einen schweren Herzinfarkt und muss mit dem Notarzt einge- liefert werden. Die Menschen reagieren unterschiedlich, man sollte ihnen möglichst professionell durchhelfen. Beispiel Kinder: Beim ersten Kind reagieren Eltern in der Regel viel besorgter als beim zweiten. Da ist es den Men- schen gegenüber unfair zu sagen, warum gehen Sie in die Ambulanz? Das ist dein Kind, du hast Angst, es be- kommt wenig Luft. Ich glaube, dass die Patienten selber das Rottenmanner Bürgerinnen und Bürger wollen „ihr“ Spital nicht verlieren: „Auf- regungen wird es immer geben“, meint KAGes- Aufsichtsrats- vorsitzender Dörflinger. Fotos: Schiffer, beigestellt

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