AERZTE Steiermark | März 2018

24 ÆRZTE Steiermark  || 03|2018 STUDIE Foto: creativ collection Prozent ihrem Haus das volle Vertrauen aus (nach einem Einbruch 2016). Im Mittelfeld liegen die Ärzte, wobei sich hier eine Tendenz nach un- ten abzeichnet: Wollten sich 2014 noch gut zwei Drittel der Ärztinnen und Ärzte in ihrem Krankenhaus medizi- nisch versorgen lassen, waren es 2017 nur mehr 57 Prozent. Besonders viele Skeptiker fin- den sich im Bereich der Pflege: 2014 vertrauten nur 55 Pro- zent uneingeschränkt ihrem U. JUNGMEIER-SCHOLZ „Wenn Sie die Wahl haben – würden Sie sich in Ihrem eigenen Krankenhaus behan- deln lassen?“, lautet die Kern- frage des seit 2014 jährlich vom Wiener Institut Man- fred Hämmerle herausgege- benen Krankenhausvertrau- ensindex. 2017 konnten rund 4.000 Bedienstete öffentlicher, privater und Ordensspitä- ler daran teilnehmen; be- teiligt haben sich letztlich 390 Personen, also rund 10 Prozent. 27 Prozent davon waren Ärztinnen und Ärzte, knapp die Hälfte Pflegeperso- nal und 24 Prozent kamen aus der Verwaltung. 60 Prozent sprachen ihrem Krankenhaus absolutes Vertrauen aus; ein gutes Viertel beantwortete die Eingangsfrage mit „eher ja“, womit die Ergebnisse ähnlich liegen wie jene des Vorjahres – und grosso modo auch jene Spital, 2017 waren es 58 Pro- zent – allerdings nach einem Hoch im Jahr 2016 (63 %). Auch interessant: Ärztinnen und Ärzte sind in den Be- fragungen überrepräsentiert. Beim ersten Vertrauensindex waren sogar 39 Prozent der Antwortenden Ärztinnen und Ärzte; 2017 immerhin noch 27 Prozent. Von Seiten der Pflege kamen 48 beziehungsweise 49 Prozent der Antworten. Dem realen Verhältnis dieser von 2014. Immerhin vier Pro- zent misstrauen ihrer Klinik so sehr, dass sie sich lieber andernorts behandeln ließen. Diese Aversion ist beileibe nicht gleichmäßig verteilt, sondern häuft sich bei Mitar- beitern öffentlicher Kranken- häuser, in denen 15 Prozent der Beschäftigten nicht oder eher nicht behandelt werden möchten. In Ordensspitälern macht dieser Wert nicht ein- mal die Hälfte davon aus; private Krankenhäuser lagen im Jahr 2016 noch gut (nur 5 Prozent Misstrauen), erreich- ten 2017 jedoch fast den Wert der öffentlichen Spitäler. Im Detail Am häufigsten ließen sich in allen Erhebungen die Ver- waltungsbediensteten vorbe- haltlos in ihrem Spital be- handeln. In den Jahren 2014 und 2017 sprachen jeweils 71 Patient im eigenen Haus Der österreichische Krankenhausvertrauensindex zeigt spannende Entwicklungen auf. 60 Prozent der befragten ÄrztInnen, Pflege- und Ver- waltungskräfte sprachen ihrem eigenen Haus absolutes Vertrauen aus.

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