AERZTE Steiermark | März 2018
38 ÆRZTE Steiermark || 03|2018 Foto: MUG, Creativ Collection FORSCHUNG STEIERMARK MEDIA BASED MEDICINE Putzen – das neue Rauchen Wer regelmäßig putzt, leidet häufig unter nachlassender Lun- genfunktion, so eine Studie der Universität Bergen. Am deut- lichsten zeigt sich der Effekt bei professionellen Putzfrauen – sie haben Lungen wie nach 20 Packungsjahren Rauchen –, gefolgt von Frauen, die regelmäßig daheim sauber machen. Männer sind weniger betroffen, allerdings waren unter 6230 StudienteilnehmerInnen nur 57 Profi-Putzmänner. Quelle: Ärzte Zeitung online, 16. Februar 2018 Täglich bekommen PatientInnen von den Medien neue „Sensati- onen“ aus der Welt der Medizin aufgetischt: Frisch publiziert Systematic in vivo evaluation of the time-dependent in- flammatory response to steel and Teflon insulin infusion catheters. Von: Hauzenberger, JR; Münzker, J; Kotzbeck, P; Asslaber, M; Bubalo, V; Joseph, JI; Pieber, TR. Sci Rep. 2018; 8(1): 1132-1132. [OPEN ACCESS] https://forschung.medunigraz.at/fodok/pub?id=29348570 Forscherinnen und Forscher der Grazer Medizinischen Universität publizieren regelmäßig in internationalen Journalen. Wir bringen jeden Monat aktuelle Beispiele. „In der medizinischen For- schung ist vor allem der Zu- sammenhang zwischen dem Mikrobiom und der Entste- hung von Krankheiten von Interesse. Die mit uns verge- sellschafteten Bakterien, Pilze oder andere Mikroben können den Gesundheitszustand wi- derspiegeln, oder sogar das Krankheitsrisiko erhöhen oder vermindern“, beschreibt Univ.- Prof. Dr. Christine Moissl- Eichinger, Professorin für Interaktive Mikrobiomfor- schung an der Medizinischen Universität Graz, das wissen- schaftliche Interesse am Na- senmikrobiom. Dabei ist es durchaus möglich, dass nicht eine einzelne Gattung von Bakterien, sondern eine Kom- bination oder das Zusammen- spiel mehrerer Keime für die Entstehung von Krankheiten relevant ist. Gemeinsam mit Univ.-Prof. DI Dr. Veronika Schöpf, Professorin für Neu- roimaging am Institut für Psy- chologie der Karl-Franzens- Universität Graz, untersuchten Moissl-Eichinger und ihre Teams an 67 gesunden Pro- bandInnen den Zusammen- hang von Nasenmikrobiom und Riechfunktion. 3 ProbandInnengruppen 28 ProbandInnen wiesen eine normale Riechfunktion auf, 29 Personen hatten einen gu- ten Geruchssinn und 10 litten unter einem eingeschränkten Geruchssinn. Wie die beiden Wissenschafterinnen beobach- ten konnten, unterschied sich die Zusammensetzung des Na- senmikrobioms innerhalb die- ser drei ProbandInnengrup- pen signifikant. „Insbesondere konnten wir feststellen, dass vor allem buttersäureprodu- zierende Mikroorganismen mit einer beeinträchtigten ol- faktorischen Funktion in Zu- sammenhang gebracht werden können.“ Die Forscherinnen vermuten, dass die Mikrobiom-Zusam- mensetzung in der Lage ist, die Riechfunktion direkt zu beein- flussen. Im Forschungsprojekt „Von der Nase ins Gehirn“, das Moissl-Eichinger und Schöpf beim FWF gemeinsam ein- werben konnten, wird dieser Konnex in den nächsten Jahren näher beforscht. Das Beson- dere an diesem Projekt ist die Verknüpfung der Mikrobiom- forschung mit Neuroimaging – ein neuartiger Ansatz, um die Grundlagen des Geruchssinns und die Rolle der nasalen Mi- kroben dabei besser zu verste- hen. Betroffene PatientInnen können sich unter DieNase@ uni-graz.at hierzu melden. Weitere Informationen: Univ.-Prof. DI Dr. Veronika Schöpf, Professorin für Neu- roimaging, Inst. f. Psycholo- gie, Sektion Neuropsychologie/ Neuroimaging, K-F-Universi- tät Graz, BioTechMed-Graz, Tel: +43 316 380 8490, veroni- ka.schoepf@uni-graz.at Univ.-Prof. Dr. ChristineMoissl- Eichinger, Professorin für Interaktive Mikrobiomfor- schung, Medizinische Univer- sität Graz, BioTechMed-Graz Tel.: +43 316 385 72808, chri- stine.moissl-eichinger@med unigraz.at ; www.nature.com/articles/ s41598-018-19438-3 Im Rahmen von BioTechMed-Graz untersuchen Wissen- schafterInnen von KFU und Meduni Graz den Zusammenhang zwischen Nasenmikrobiom und dem Geruchssinn und publi- zierten erste Ergebnisse in „Scientific Reports“. Der Nase nach: Mikroben beeinflussen den Geruchssinn Univ.-Prof. DI Dr. Vero- nika Schöpf Univ.-Prof. Dr. Christi- ne Moissl- Eichinger
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