AERZTE Steiermark | März 2018

40 ÆRZTE Steiermark  || 03|2018 ANGESTELLTE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE Monaten zuzüglich anteiliger Sonderzahlungen bedeckt. Die restlichen 25 Prozent des zeit rund 460 Absolventinnen und Absolventen pro Jahr, die nach Studienabschluss ins Ausland gehen, kosten rund 227 Millionen Euro. Steiermark als Vorbild Nicht zu den Ausbildungs- verweigerern unter den Bun- desländern gehört laut ÖÄK- Befragung die Steiermark. Die KAGes kommt demnach ihrer Ausbildungsverpflich- tung nach. Was vernünftig ist: Denn die Konkurrenz vor allem in Deutschland und der Schweiz nimmt die exzellent ausgebildeten Österreiche- rinnen und Österreicher sehr gerne – und gratis. „Die Finanzierung der Lehr- praxen für die Jahre 2018 bis 2020 ist nun sichergestellt. Der Gesamtaufwand für die drei Jahre beträgt rund € 24,8 Millionen.“ So steht es in der Presseunterlage des Bundes- ministeriums für Arbeit, So- ziales, Gesundheit und Kon- sumentenschutz. Ministerin Hartinger-Klein informierte über den Erfolg, an ihrer Seite Hauptverbandsvorsitzender Alexander Biach, und seitens der Ärztekammer Präsident Thomas Szekeres sowie Vize- präsident Johannes Steinhart als Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte. Das Lob folgte auf dem Fuß. „Ich freue mich, dass wir eine Einigung im Sinne un- serer Ärztinnen und Ärzte und schlussendlich unserer Patientinnen und Patienten erzielen konnten“, erklärte die niederösterreichische Lan- deshauptfrau Johanna Mikl- Leitner. Auch die Wiener Gesund- heitsstadträtin Sandra Frau- enberger zeigte sich erfreut: „Die Lehrpraxis ist ein wich- tiger Teil der Ausbildung zur Allgemeinmedizinerin/zum Allgemeinmediziner. In der Arbeit vor Ort lernen die jun- gen ÄrztInnen nicht nur die tägliche Arbeit mit den Pati- entInnen kennen, sondern er- halten auch eine Einschulung in die Betriebsführung einer Praxis. Mit der gemeinsamen Finanzierung ist dieser letzte Ausbildungsschritt auf gute Beine gestellt.“ Das (verkündete) Modell sieht so aus: 25 Prozent kommen vom Bund – allerdings mit 4 Millionen Euro gedeckelt. Je 32,5 Prozent übernehmen So- zialversicherungen und Län- der (ungedeckelt), 10 Prozent tragen die Lehrpraxisinhaber. Weiter im Text der Presseun- terlage: Mit den beschlossenen Förderungen werden für die In Zeiten des Ärztemangels fordern Politikerinnen und Politiker zunehmend, mehr Medizin-Studienplätze an den Universitäten zu schaffen und die Aufnahmekriterien zu entschärfen. Gleichzeitig lassen Spitalsträger Absolven- tinnen und Absolventen auf die postpromotionelle Aus- bildung warten – in drei Bun- desländern ein oder sogar ein- einhalb Jahre. Die Reaktion der jungen MedizinerInnen ist verständlich: „Die Jungen warten nicht. Sie gehen. Ge- rade die Engagierten, die wir gerne in unserem Gesund- heitssystem hätten, scheuen sich nicht davor, das Land Absolventen der Lehrpraxen 75 Prozent des Gehalts für die Ausbildungsdauer von sechs zu verlassen“, warnte Tur- nusärzteobmann Karlheinz Kornhäusl bei einem Pres- segespräch in Wien. Seine Forderung: „Ein transparentes System bei der Verwaltung der Ausbildungsstellen, wo klar ersichtlich ist, wo Stellen frei und wo besetzt sind.“ Der Mangel an Ausbildungs- plätzen ist auch eine immense Geldverschwendung. Die der- Die lang geforderte Finanzierung der Lehrpraxis ist gesichert. Das hat Gesundheitsmi- nisterin Beate Hartinger-Klein Mitte Februar bei einer Pressekonferenz angekündigt. Jetzt geht es aber um die praktische Umsetzung mit den Spitalsträgern. Lehrpraxis: Lösung gefunden – wenn sie in der Praxis stimmt Foto: Fotolia Ärztemangel hausgemacht? LandespolitikerInnen fordern mehr Studienplätze für MedizinerInnen, gleichzeitig fehlt es an Ausbildungsplätzen für MedizinerInnen bei den Spitalsträgern. Damit werden künftige Ärztinnen und Ärzte systematisch ins Ausland vertrieben. In der Steiermark ist die Lage aber deutlich besser als in anderen Bundesländern. „Die Jungen warten nicht. Sie gehen. Gerade die Engagierten …“ Karlheinz Kornhäusl >

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