AERZTE Steiermark | März 2018

COVER 8 ÆRZTE Steiermark  || 03|2018 MARTIN NOVAK AERZTE Steiermark: Sie sind Vorstandsmitglied in einem privaten Industrieun- ternehmen und Aufsichtsrats- vorsitzender der KAGes. Was ist der Unterschied? Dörflinger: Die Frage des Ei- gentümers ist nur ein Teil des Unterschieds. Der wirkliche Unterschied liegt darin, dass der medizinische Bereich mit ungemein vielen Auf lagen und herausfordernden Rah- menbedingungen verbunden ist. Das macht das Arbeiten sehr komplex. Es gibt einen großen Schwerpunkt in der Fehlervermeidung. Bei Moti- Darüber hinaus gibt es eine gewisse Mittlerrolle zwischen allen Beteiligten. Durch die Erfahrungen in der Politik und in der Privatwirtschaft, glaube ich, viele positive As- pekte einbringen zu können. AERZTE Steiermark: Welche positiven Aspekte sind das? Dörflinger: Ich schaue auf der einen Seite sehr genau auf die Zahlen und auf die Fragen der wirtschaftlichen Auswir- kungen. Auf der anderen Seite gehe ich ohne Vorurteile oder vorgefasste Meinung an die Sache heran. Die Frage ist, was ist das Ziel, wie kann man das Ziel mit möglichst vation und Struktur ist gerade die KAGes aus meiner Sicht hervorragend organisiert. Die Reporting- und Controlling- Strukturen funktionieren ex- zellent. Das Unternehmen ist insgesamt sehr gut aufgestellt. AERZTE Steiermark: Der Aufsichtsrat überwacht den Vorstand, so steht es im Ge- setz. Was gibt es in der KAGes zu überwachen? Dörflinger: Ich spiele mich nicht als Ersatzvorstand oder Ersatzpolitiker auf. Dazu habe ich zu viele Erfahrungen in Privatunternehmen, um nicht genau zu wissen, welche Aufgaben ich zu erfüllen habe. geringem Aufwand erreichen? AERZTE Steiermark: Das gesamte Gesundheitssystem – nicht nur in Österreich – un- terliegt einem starken Verän- derungsprozess. Das betrifft auch die KAGes. Wie wird denn die KAGes 2030 oder 2035 ausschauen? Dörflinger: Die Grundsatz- planungen mit den sieben Leitspitälern laufen. Das ist keine Vision mehr, sondern bereits Realität. Das heißt, dass wir aufgrund der Kom- plexität aller dieser Themen … Qualität, Qualitätssicherung … bei den Standorten dort sein werden. Die Schwierig- keit, die ich sehe, ist, dass man den Menschen noch die Sicherheit geben muss, dass nicht die Anzahl von Betten und Standorten das Qua- litätskriterium ist, sondern dass es um etwas anderes geht. Nicht das Krankenhaus im eigenen Ort muss automa- Fotos: Schiffer „Die Menschen reagieren unterschiedlich“ Seit 2017 ist Günter Dörflinger – ehemaliger SPÖ-Politiker und seit Jahren Manager in der Privatindustrie – Vorsitzender des KAGes-Aufsichtsrates. Ein Gespräch über den Zustand und die Zukunft der Krankenanstaltengesellschaft, regionale Bedürfnisse, die Lenkung von Patientenströmen und die At- traktivität des Unternehmens als Arbeitgeber.

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