AERZTE Steiermark | März 2018
9 ÆRZTE Steiermark || 03|2018 er jetzt ist, eingehalten wird. Olympische Spiele hin oder her, es geht um eine optimale Versorgung in der Region. Ich würde auch ganz offen sagen, dass man die Frage regionalpolitischer Notwen- digkeiten sehr ernst nehmen muss. Es geht gerade in der Peripherie um die Frage, wie wir gemeinsam lebensfähig bleiben können. Dazu zählen auch qualifizierte Arbeits- plätze etc. Das muss man in eine Gesamtentscheidung einbeziehen. Insbesondere in der Region Schladming wird die Frage der optimalen Versorgung der leider im Winter- und Wandersport vorkommenden Verletzungen ein Thema sein. Es ist auch so vorgesehen, das werden wir machen. Das gleiche gilt für eine hochwer- tige Erstversorgung im Aus- seerland. Ich sehe da keinen tisch die optimale Versorgung bedeuten. Da haben wir noch einigen Aufklärungsbedarf. Ich glaube aber, dass wir auf einem guten Weg sind, was die Spitalsversorgung ins- gesamt betrifft. Die Politik und die Menschen im Unter- nehmen haben klare Vorstel- lungen und arbeiten an deren Umsetzung. AERZTE Steiermark: Ganz konkret am Beispiel des Be- zirkes Liezen zeigt sich, dass regionalpolitische Bedürf- nisse bzw. die Sorgen von Bürgerinnen und Bürgern, die sich in Initiativen mani- festieren, eine nicht unwe- sentliche Rolle spielen. Sollte es im Jahr 2026 olympische Skirennen in Schladming ge- ben, wird es dann auch schon ein zentrales Spital im Bezirk geben? Dörflinger: Ich gehe davon aus, dass der Zeitplan, so wie COVER Widerspruch, man muss es nur ernst nehmen. Ich halte es für falsch, Regionalpoliti- ker abzukanzeln, weil sie für ihre Region rennen. Sondern man muss schauen, was ist notwendig und wie kann ich die medizinische Versorgung wirklich vernünftig sicher- stellen? Viele Betten und an jedem Ort ein Spital, das hat mit Qualität überhaupt nichts zu tun. AERZTE Steiermark: Was möglicherweise zu dieser Be- unruhigung beiträgt, ist, dass sich die regionale Bevölke- rung nicht klar informiert fühlt, das ist zumindest die Argumentation. Schafft das nicht Raum für regionalpoli- tische Diskussionen? Dörflinger: Ich glaube, dass Standortentscheidungen im- mer hochsensibel sind. Ziem- lich egal, wie man an sie herangeht, es wird immer Aufregungen geben, es wird immer Menschen geben, die einverstanden sind und sol- che, die nicht einverstanden sind. Ich glaube, die Art und Weise, wie das vorbereitet und politisch diskutiert wird, ist okay. Je länger es dauert, umso schwieriger wird es natürlich, weil viele Gerüchte auftauchen. Die Politik ist aber bemüht, eine möglichst rasche Entscheidung zu tref- fen und diese auch zu kom- munizieren. Ich glaube, es ist gut, das intern vorzubereiten. Ich glaube, dass es gut ist, dass Gesundheitslandesrat Drexler versucht, hier eine breite Meinungsbildung zu schaffen und damit auch eine breite Mehrheit zu bekom- men. Je stabiler das ist, desto leichter tut man sich mit der Umsetzung. AERZTE Steiermark: The- ma Spitalsverbünde – das ist „Ich halte es für falsch, Regionalpolitiker abzukanzeln, weil sie für ihre Region rennen.“
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