AERZTE Steiermark | Juli/August 2018
ÆRZTE Steiermark || 07/08 |2018 15 SERIE Arzt im besonderen Dienst unterboten, in Salzburg waren es nur mehr 2 Stunden 53. Das Lauftraining ist Teil ihres Morgenrituals: Vor Dienst beginn dreht sie mindestens eine 15-Kilometer-Runde, gerne auch bergauf, ausge- hend von ihrem Domizil in der Ragnitz. Hausstrecke hat sie keine, sondern sucht sich jedes Mal einen anderen Weg. „Wenn mich jemand fragt: ͵Welche Strecke läufst du immerʹ, frage ich gerne zurück ͵Welches Buch liest du immer?ʹ. Ich habe Tausen- de Laufstrecken, und wenn man dann 30 Kilometer läuft, landet man immer irgendwo draußen am Land.“ Winters läuft sie – für ihre Verhältnisse – langsam, dafür rund 150 Kilometer pro Woche. Som mers sinkt die Distanz auf 100 Wochenkilometer, die sie da- für schneller absolviert. Selbst vor dem Nachtdienst geht sie zwischen vier und sechs Uhr früh zum Training – und nach dem Dienst gleich noch ein- mal. „Am frühen Nachmittag werde ich dann müde.“ Medikament Bewegung „Bewegung ist für mich ein Medikament“, sagt Smolle. Eines, das sie ihren Patien- tinnen und Patienten ger- ne öfter verschreiben würde. Aus dieser Mission resultiert auch ihr Fokus auf die In- nere Medizin, wo ja aus der Perspektive der Pulmologin eine Lebensstilmodifikation wichtiger Teil des Heilungs prozesses ist. „Mit den Jahren der ärztlichen Tä- tigkeit“, so die erst 28-Jäh- rige, „kommt zunehmend Hilflosigkeit auf, denn Me- dikamente können einen schädlichen Lebensstil nicht wirklich wettmachen.“ Zwei medizinische Spezi- a lisierungen erscheinen Smolle daher attraktiv: Sport- medizin und Rehabilitation. Sowohl ein Verbleib im intra- muralen Bereich als auch eine eigene Ordination kommen für sie in Frage. „Aber jetzt habe ich noch zweieinhalb Jahre Facharztausbildung vor mir, dann entscheide ich wei- ter.“Mit demÖÄK-Diplom für Sportmedizin hat sie jeden falls schon begonnen. Dass beim Marathonlaufen die Grenze des gesunden Sports bereits überschritten wird, ist der passionierten Läuferin durchaus bewusst. Und ihre weniger sportaffine Herkunftsfamilie sieht ihre intensiven Aktivitäten daher durchaus mit Besorgnis. „Aber ich bin lieber auf die- ser Seite des Spektrums von ungesund als auf der anderen, wo sich 80 Prozent meiner Patienten befinden.“ Und sie vergleicht einen Marathon mit einer Nacht Fortgehen im Univiertel. „Beides ist nicht wirklich gut für den Körper, aber wenn man es nur hin und wieder macht, ist nichts dagegen einzuwenden.“ Zeit für Kinder Zwar läuft Smolle für ihr Leben gern – trotzdem ist Laufen nicht das Wichtigste in ihrem Leben. Ihr be rufliches Fortkommen zählt ebenso viel, und ein Tag in der Woche bleibt für die Forschung reserviert. Und sie möchte unbedingt mit ihrem Verlobten, der ebenfalls Assistenzarzt ist, eine Familie gründen und sich auch als aktive Ärztin viel Zeit für die Kinder nehmen. Welche Art von Selbst management das erfordern wird, kann sie als Erstgeborene einer Vierkindfamilie mit zwei berufstätigen Elternteilen durchaus erahnen. Eine He rausforderung? Ja, aber für jemanden, der erst in der Überforderung sein volles Potential ausschöpft, eine durchaus verlockende. Fotos: Graz Marathon/GEPA-Riedler, LTV Köflach/Stefan Mayer Karriere mitKAGes Alle Stellen für Ärztinnen/Ärzte und andere Gesundheitsberufe in den steirischen LKH. www1.kages.at/jobs-bildung/unser-angebot KAGes-Jobportal 2018.indd 1 13.12.2017 13:22:33 Hobbyläuferin Elisabeth Smolle als Siegerin beim Graz Marathon 2017. Danach klopfte der LTV Köflach bei ihr an.
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