AERZTE Steiermark | Juli/August 2018
NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE 42 ÆRZTE Steiermark || 07/08 | 2018 men. Die Pauschale für die sechs Stunden wird gestaffelt: In den drei Sprengeln bis 20.000 Einwohner beträgt sie dann 350 Euro für sechs Stun- den. In den vier Sprengeln bis 40.000 Einwohner macht sie 290 Euro aus, in 16 Sprengeln mit 40.000 und mehr Ein- wohnern sind es 220 Euro. In Graz, ebenfalls für sechs Stunden, werden es 300 Euro sein. Die Staffelung hat einen ein- fachen Grund: Je geringer die Bevölkerungsdichte, desto weniger Visiten wird es ge- ben, desto höher ist also die Grundpauschale. Pro Visite gibt es dann noch 60 Euro von Montag bis Samstag und 70 Euro am Sonntag. Viele Sprengel mit teils sehr wenigen Ärztinnen und Ärzten und vertraglich ver- pf lichtende Bereitschafts- d ienste an Wochenen- den: Diese Situation führte zwangsläufig zu einer starken Belastung und dazu, dass die – freiwilligen – Bereit- schaftsdienste unter der Wo- che mancherorts gar nicht besetzt werden konnten. Voraussichtlich ab 1. April 2019 soll das anders werden. Die Zahl der Sprengel wird in etwa geviertelt – es sind dann nur mehr 24 (einschließ- lich Ärztenotdienst Graz). Die Teilnahme an den Diensten ist freiwillig. Durch die grö- ßeren Sprengel ist die Zahl derer, die pro Sprengel Bereit- Prognose: deutlich höheres Entgelt pro Stunde Da für die Bezahlung die Pau- schale und die variable Zahl der Visiten heranzuziehen ist, kann die gesamte Bezahlung naturgemäß nur geschätzt werden. Zieht man die Er- fahrungswerte heran, wird sie sich aber pro Stunde fast verdoppeln. Oder anders for- muliert: Für den neuen Sechs- Stunden-Bereitschaftsdienst werden die Entgelte fast gleich hoch sein wie für den derzei- tigen Zwölf-Stunden-Dienst. Nur Visiten Nicht vorgesehen sind außer- halb von Graz Bereitschafts- dienst-Ordinationen, es ist also vorerst ein reiner Vi- sitendienst geplant. Vorge- schaltet wird eine Telefon-Tri- age (ähnlich wie beim Grazer Ärztenotdienst). Anders als im Grazer Ärztenotdienst ist kein Fahrdienst vorgesehen, – Ärztin oder Arzt fahren selbst. Es gibt drei Telefon- nummern 141, 144 und 1450 für die gesamte Steiermark. Zentrale Diensteinteilung Das „Diensteinteilen“ im Sprengel wird in Zukunft ent- fallen, es wird eine zentrale Koordinationsstelle für die gesamte Steiermark geben. Einige Detailfragen sind noch zu klären. Aber der Bereit- schaftsdienst neu startet ja erst im April kommenden Jahres. schaftsdienst machen können, wesentlich größer. Dadurch ist gesichert, dass die einzelne Ärztin, den einzelnen Arzt we- niger Dienste treffen. Und wer gar nicht will, muss auch nicht. Nur mehr 6 Stunden Bisher haben Dienste zwölf Stunden gedauert – von 19 Uhr bis 7 Uhr in der Früh. Im neuen System werden ab dem 2. Quartal 2019 Dienste nur mehr sechs Stunden dauern, nämlich von 18 bis 24 Uhr. Ab 24 Uhr übernimmt außerhalb von Graz der Rettungsdienst. Höhere Tarife – gestaffelt Wie bisher setzt sich die Bezahlung aus einer Bereit- schaftsdienstpauschale und den Einzelleistungen zusam- Bereitschaft ab April 2019 grundsätzlich freiwillig Voraussichtlich ab 1. April 2019 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst in der Steiermark völlig neu or- ganisiert. Wichtigste Änderung: Die Teilnahme ist auch am Wochenende freiwillig, die im Gesamtver- trag fixierte Teilnahmeverpflichtung gibt es – vorerst für drei Jahre Beobachtungszeitraum – nicht mehr. Es wird nur mehr 24 Sprengel (einschließlich Graz) geben und eine zentrale Koordinationsstelle für die Diensteinteilung. In etwa so wird die neue Bereit schaftsdienst-Kar te der Steiermark ab April kom menden Jahres aussehen: Statt 91 + Graz Sprengel wird es nur mehr 23 + Graz Spren gel geben. Die Teilnahme wird freiwillig sein, die Honorarpauscha le wird von der Bevölkerungszahl im Sprengel ab hängen. Grafik: Gesundheitsfonds/Ärztekammer Steiermark
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