Leistungsbericht Ärztekammer Steiermark 2018
11 Gebietskrankenkassen seinen Nieder- schlag finden wird“. Gleichzeitig wer- den die technischen Voraussetzungen geschaffen: Durch die Zusammenle- gung der Leitungen für den SV-Kanal und Mehrwertdienste kommt es zu einer Erhöhung der Bandbreite, die eine Verachtfachung der Geschwindig- keiten in den Praxen mit sich bringt. Das sei die Grundlage für die Weiter- entwicklung des Systems, die auch neue Leistungen möglich mache. So würden ELGA und E-Medikation – in der Vergangenheit alles andere als unumstritten – zum Schuhlöffel, um echte Telemedizin im Kassensystem zu implementieren. 10 durchwachsene ELGA-Jahre Die ÖÄK bilanzierte im Dezember, dass ELGA aus ärztlicher Sicht Vorteile bringen könne – aber (noch) nicht in ausreichender Form bringe. Schon im Herbst bewerteten in einer IMAS-Umfrage 1.200 Spitalsärztinnen und -ärzte die Usability als unzurei- chend. Zu viel Zeit werde benötigt, um an die wichtigen Informationen zu kommen. Datenschutz wurde bei der Konzeption von ELGA großgeschrie- ben – doch wenn Patientinnen und Patienten tatsächlich die Aufnahme ihrer Daten in die E-Medikation ver- hindern, können sich Ärztinnen und Ärzte nicht mehr darauf verlassen, alle nötigen Informationen zu bekommen. Auch sei der zeitliche Aufwand für die Aufklärungspflicht bei einem situa- tiven Opt-Out enorm. Zudem wissen lt. einer Studie von IMAS 35 Prozent der Patientinnen und Patienten nicht, dass es ELGA gibt – und nur 43 % seien von ihren Vorteilen überzeugt. ÄK-Vizepräsident und ÖÄK-Telemedizin- Referent Dietmar Bayer über die positiven Aspekte der Verhandlungen zur ELGA-Novelle: „Nun haben wir Konsens erzielt, dass das in Hinkunft auch in den Leistungskatalogen der Gebietskrankenkassen seinen Niederschlag finden wird.“ Bundeskurienobmann ÖÄK-Vizepräsident Johannes Steinhart zur E-Medikation : „Nicht alles, was innovativ daherkommt, ist brauchbar. Manches gefährdet das Arzt- Patient-Verhältnis oder bedroht die ärztliche Freiberuflichkeit, manche Technologien wollen Ärzte nicht unterstützen, sondern ersetzen.“
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