Leistungsbericht Ärztekammer Steiermark 2018

Thomas Kenner 1932–2018 Thomas Kenner wurde am 29. September 1932 in Wien geboren, wo er 1956 in Medi- zin promovierte. 1965 begann er in Erlangen als Physiolo- ge zu unterrichten und wur- de im Jahr darauf habilitiert. 1971 erhielt er den „Career Develop- ment Award“ der National Institutes of Health. Im Jahr darauf wurde er an der Karl-Franzens-Universität Graz zum Ordinarius für Physiologie und zum In- stitutsvorstand berufen. Kenner leitete das Grazer Institut für Physiologie bis zu seiner Emeritierung im Herbst 2000. In seiner Ära entstanden dort auch zahlreiche neue Arbeitsgruppen zur angewandten, integrativen und system­ orientierten Physiologie. Von 1978 bis 1981 war er Mitglied der Life-Science- Arbeitsgruppe der Europäischen Welt- raumorganisation ESA, zwei Jahre lang Präsident der Cardiovascular System Dynamics Society sowie von 1980 bis 87 Medizinreferent im Kuratorium des Ös- terreichischen Forschungsfonds FWF. Von 1989 bis 1991 leitete Kenner als Rek- tor die Karl-Franzens-Universität und im Anschluss daran sechs Jahre als De- kan die Medizinische Fakultät. Unter seinem Dekanat entstand ein Zentrum für theoretische Wissenschaften der Medizinischen Fakultät, das er selbst leitete. Insgesamt zwölf Jahre fungier- te er zudem als Studiendekan. Kenner zählte zu den Mitgliedern zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften und war mehrfacher Doctor honoris cau- sa. 1993 wurde er mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Steiermark ausgezeichnet und erhielt im Frühjahr 2004 auch den Großen Josef-Krainer-Preis. Von 1999 bis 2017 war Kenner Mitglied der Ethik- und Beschwerdekommissi- on der Ärztekammer für Steiermark und von 2003 bis 2013 deren Vorsit- zender. Heinz Stammberger 1946–2018 Im Dezember verstarb Heinz Stammberger, der Doyen der steirischen HNO-Ärzte, uner- wartet im 73. Lebensjahr. Stammberger war Begründer der endoskopischen Sinuschi- rurgie und jahrzehntelanger Leiter der Klin. Abteilung für Allgemeine HNO am Grazer Klinikum. Er wurde 1946 im deutschen Hochstadt geboren, studierte in Graz an der Karl-Franzens- Universität Medizin und ließ sich hier zum Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde ausbilden. Einer sei- ner Mentoren war der berühmte Walter Messerklinger. Im Jahr 1994 übernahm Stammberger die Führung der Klin. Ab- teilung für Allgemeine HNO, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2012 leitete. Von 1999 bis 2004 fungierte er zudem als Klinikvorstand. Stammberger galt weltweit als einer der angesehensten Experten für en- doskopische Sinus- und Schädelbasis­ chirurgie; sein Team entwickelte eine Methode, zur Tumorentfernung über das Nasenloch bis zur Schädelbasis vorzudringen. Eine seiner größten Er- rungenschaften war die Gründung der Kompetenzeinheit Schädelbasischirur- gie an der Medizinischen Universität Graz, in der HNO-FachärztInnen eng mit NeurochirurgInnen kooperieren. Stammberger hat zahlreiche Publikati- onen verfasst und auf allen Kontinen- ten gelehrt. Er war Gründungs- und Ehrenmitglied von Rhinologischen und HNO-Gesellschaften von Itali- en bis Russland, Träger zahlreicher Preise und Auszeichnungen – bis hin zur höchsten Auszeichnung einer US- amerikanischen medizinischen Aka- demie, dem Presidental Citation Award. Zu seinen Patienten gehörten einfache Steirerinnen und Steirer ebenso wie der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi. 30

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