Leistungsbericht Ärztekammer Steiermark 2018
37 Krankenhausvertrauensindex Seit 2014 wird der österreichische Krankenhausvertrauensindex vom Wiener Institut Manfred Hämmerle erhoben. 2018 zeigte er spannende Entwicklungen auf: 60 Prozent der befragten ÄrztInnen, Pflege- und Ver- waltungskräfte sprachen ihrem ei- genen Haus absolutes Vertrauen aus. Die Zusatzfragen zu den letzten bei- den Krankenhausvertrauensindizes widmeten sich u. a. den Primärver- sorgungszentren. Die Frage „Werden die Krankenhaus-Ambulanzen durch die neuen Primärversorgungszentren tatsächlich entlastet?“ beantwortete nur eine Minderheit mit ja. Immerhin aber zeigte sich eine positive Tendenz, die Skeptiker nahmen seit 2016 ab. Die Steiermark bejahte leicht über dem Österreich-Schnitt. Die Erhöhung stammte vor allem von den „sonstigen“ Berufen (von 13 auf 38 %) sowie den Pflegenden (von 16 auf 32 %). Konträr dazu sank die Zustimmung bei den ÄrztInnen von 12 auf 7 %, bei gleich- bleibenden 18 % Unentschlossenen. Patientenstromanalyse Die Spitalsambulanzen waren auch 2018 brechend voll, weil zwischen 35 und 70 Prozent der Patientinnen und Patienten dort gar nicht hinge- hörten. Andererseits sind die EBAs ein hilfreicher Filter zur Reduktion von stationären Aufnahmen. Als Ziel gilt, dass Patientinnen und Patienten der Triagestufen 4 (standard) und 5 (nonurgent) nicht mehr primär in die EBA kommen sollten. „Für die geplanten Auslagerungen vom in- tramuralen in den extramuralen Be- reich sind strukturelle Änderungen erforderlich“, betonte Eiko Meister, Ärztekammer-Vizepräsident und Ob- mann der angestellten Ärztinnen und Ärzte. Dazu gab es mehrere Ansätze, so sollten Patientinnen und Patienten, welche telefonisch Kontakt aufgenom- men hatten, entweder zu Fach- oder Allgemeinärztinnen und -ärzten ver- wiesen werden, sie würden eine Visite erhalten oder stationär bzw. ambulant in die zuständigen Spitäler gebracht werden. Ähnlich sollte es bei Selbstzu- weisern ablaufen. Eiko Meister schlug ein zuzahlungsgestütztes und struk- turelles Mischmodell vor. Bei diesem sollten Hausärztin oder Hausarzt, Primärversorgungseinrichtung, tele- fonärztliche Beratung, Ärztenotdienst oder Notarzt, Facharzt bzw. Facharzt- zentrum, Ambulanz bzw. Notaufnah- me und Krankenhaus (stationär) op- timal zusammenwirken. Erkennbare Effekte würde es bei diesem Modell al- lerdings erst nach einer mehrjährigen Lernphase geben. A-IQI: Gelebte Qualitätskontrolle Das System „Austrian Inpatient Qua- lity Indicators“ detektiert seit 2013 Auffälligkeiten bei Klinik-Routine- daten, analysiert sie und erarbeitet in Peer-Reviews Lösungsvorschläge. Zuletzt wurde erhoben, in welchen Spitälern große thoraxchirurgische Eingriffe vermehrt letal enden, wo es bei Kolonsektionen besonders oft zu Re-OPs kommt oder in welchen Häusern die Intensiv-Betreuung ver- bessert werden sollte. Als Vergleichs- werte werden Bundesdurchschnitte und Erfahrungswerte herangezogen. Bei Auffälligkeiten, etwa überdurch- schnittlich vielen Todesfällen nach Herzinfarkt, startet ein Peer-Review-
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy NDYwNjU=