Leistungsbericht Ärztekammer Steiermark 2018

45 petenz gewinnt wieder an Bedeutung: Die Überweisung durch Vertrauens­ ärztinnen und -ärzte (Gynäkologie und Allgemeinmedizin), die bis dahin nur unter erschwerten Bedingungen möglich war, rückt in den Mittelpunkt. Vereinbart wurde auch eine Hono- rierung dieser Leistung auf Träger­ ebene im Rahmen der Gesamthono- rarvereinbarung für Allgemeinmedi- zinerInnen und GynäkologInnen mit einem Richtwert von 3 Euro. Bei telefonischem Opt-In von Frauen ab dem 40. Lebensjahr gibt es eine sofortige Freischaltung, die auch über das 70. Lebensjahr hinaus aufrecht bleibt. Die Indikationsliste wurde ver- einfacht und ausgedehnt. Vor allem wurde BIRADS 3, also ein wahrschein- lich gutartiger Tumor, der aber eine kurzfristige Kontrolle erfordert, auf- genommen. Die Zweitbefundung wird evaluiert, sie hat nur geringe Qua- litätsverbesserungen gebracht. Das Mammografie-Zertifikat wird in Hin- kunft unbefristet gelten. Die „Fall- sammlungsprüfung“ wird durch ein Intensivbefunder-Training ersetzt. Die Mindestzahl von Befundungen, die für die Beteiligung notwendig ist (ur- sprünglich 3.000, dann 2.000), soll weiter – auf ein vernünftigeres Maß – gesenkt werden. Für Peter Schmidt, den Kurienobmann- Stellvertreter und Fachärzte-Sekti- onsobmann – er ist selbst Radiologe –, sind diese und weitere Änderungen „eine vernünftige und angemessene Reaktion“ auf eine unbefriedigende Entwicklung und eine Anerkennung ärztlicher Kompetenz: „‚Ohne Ärzte geht‘s nicht‘ – das ist mehr als ein Slo- gan, es ist die Realität, die nun wieder akzeptiert wird.“ Kinder(-ärzte) in Not Ein – bedauerlich – dickes Ei fand der Kinderärztliche Notdienst 2018 in seinem Osternest: Er musste genau zum Osterwochenende seine Tätig- keit einstellen, weil Land, GKK und Stadt die Rahmenbedingungen nicht finanzieren wollten. Dabei war man sich in einigen Punkten schon nahe- gekommen: Der neue Notdienst sollte eine Ordination in der Reisemedizi- nischen Impf- und Beratungsstelle in der Friedrichgasse in Graz bekommen; Infrastruktur- und Personalkosten sollte der Gesundheitsfonds überneh- men. Der zentrale Punkt, zu welchen Konditionen die Kinderfachärztinnen und -ärzte Wochenend- und Feiertags- dienste übernehmen sollen, konnte aber nicht geklärt werden. Die Ärztinnen und Ärzte, vertreten durch Kurienobmann Norbert Meindl „‚Ohne Ärzte geht‘s nicht‘ – das ist mehr als ein Slogan, es ist die Realität, die nun wieder akzeptiert wird“, freut sich Kurienobmann- Stv. und Fachärzte- Sektionsobmann Peter Schmidt über die Reform der Regelungen zur Vorsorgemammografie.

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