Leistungsbericht Ärztekammer Steiermark 2018
Bund – Politik Neue Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein nahm Kassenfusion in Angriff Seit 8. Jänner 2018 fungiert Beate Har- tinger-Klein als Bundesministerin für Arbeit, Soziales und Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK). Die Grazerin schloss 1984 ihr Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaf- ten ab. Nach Stationen in der KAGes, der Vamed, im Hauptverband und bei Deloitte gründete sie 2011 ihr eigenes Beratungsunternehmen. In die Politik stieg sie 1996 als FPÖ-Landtagsabge- ordnete ein, dort war sie bis 2003 u. a. Krankenanstaltensprecherin. Dass nun in ihrem Ministerium Soziales und Gesundheit vereint sind, ist auch nötig für das umfangreichste Gesund- heitskapitel im Regierungsprogramm – die Fusionierung der Sozialversiche- rung. Insgesamt fünf große Themen- bereiche und 85 Einzelmaßnahmen enthielt das Regierungsprogramm. Die Sozialversicherungsreform wurde im Rahmen einer Präsentation mit vielen Vorteilen beworben: Damit sich Kunden im Gesundheitsbereich besser orientieren können, wurde geplant Patientenströme besser zu lenken und Spitalsambulanzen zu entlasten. Am- bulante Reha-Einrichtungen und Gen- dermedizin sollten ausgebaut werden. Da die Unfallversicherungsbeiträge der Dienstgeber von 1,3 auf 0,8 Prozent gesenkt werden sollten, war von einer Kostenersparnis von rund 500 Milli- onen Euro die Rede, und das ohne die Leistungen zu beeinträchtigen. Keine besondere Überraschung war für den steirischen Ärztekammerprä- sidenten Herwig Lindner die Einigung der Koalitionspartner in der Bundesre- gierung über die Neuorganisation der Sozialversicherungen, insbesondere die Schaffung einer „Österreichischen Gesundheitskasse“ als Holding für die Gebietskrankenkassen. Grundsätzlich positiv sah Lindner die angekündi- gte Harmonisierung aller Kassenleis tungen. „Dass Versicherte um gleiche Beiträge überall in Österreich die gleichen Leistungen bekommen, ist eine Frage der Gerechtigkeit“, sagte der steirische Ärztekammerpräsident. Es dürfe dadurch aber zu keinen Leis tungsreduktionen kommen: „Die Ge- sundheitsleistungen müssen für alle gleich gut sein, nicht gleich schlecht.“ Alles andere wäre der Bevölkerung nicht erklärbar. 8 Die 5 Hauptthemen im Gesundheitskapitel des Regierungsprogramms: > Prävention und Gesundheitsförderung > Kundenorientierung im Gesundheitsbereich > Reform der Sozialversicherung > Ausbau von Digitalisierung und Telemedizin > Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem verbessern
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