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Ærzte
Steiermark
 || 03|2014
titel
Work-Life-Balance
heißt, dass die Zeit
nach dem Dienst nicht
nur dazu gebraucht
wird, um sich zu rege-
nerieren. Das kennen
alle: Man ist fertig,
braucht zwei Tage, um
wieder auf den Damm
zu kommen und schon
ist der nächste Dienst
da. Das kostet so viel
Kraft. Im Studium hab
ich gesagt, ich will mich
nicht aufs Wochenende
freuen, ich will im Job
eine Freude haben. 
David Windisch
Wenn das Gesamtbild
der Niederlassung
etwas attraktiver für die
Kollegen wird, und sie
wirklich in der Region
leben wollen, dann ist
die Versorgung für die
Bevölkerung da.
Aida Kuljuh
Wir haben speziell in
der Steiermark nicht
die Möglichkeit, in der
Praxis zusammenzu-
arbeiten oder in eine
Kassenstelle einzu-
steigen. Es gibt Regle-
mentierungen, die dich
sehr lange aufhalten.
Johannes Heidinger
Ich glaube nicht, dass sich
die Bedürfnisse der Ärzte
verändert haben, es haben
sich auch nicht die Ansprü-
che verändert. Das System
hat sich verändert. 
Christian Thomalla
Viele bewerben sich um eine
Kassenstelle oder gehen in die
Praxis, weil sie glauben, es wird
alles besser als im Spital. Dann
sehen sie aber ziemlich rasch,
dass man auch dort wie der
Hamster im Rädchen läuft. Dort
geht es nur über die Frequenz,
dass man täglich 150 Leute
durchschleust. Beide Seiten
haben keine gute Work-Life-
Balance. Zu glauben, dass es in
der Niederlassung besser wird,
ist ein Irrglaube.
Kathrin Sieder
In anderen Ländern ist es
anders. Eine spanische
Austauschärztin hat nach
einer Woche gesagt, sie ist
nicht hergekommen, um ein
Schwesternpraktikum zu
machen, sondern ein ärztli-
ches Praktikum. In Skandina-
vien werden Famulaturen in
Österreich angeblich nur als
Pflegepraktika anerkannt.
Kathrin Sieder
Wir Jungen wollen, dass die
Arbeits- und Ausbildungs-
bedingungen angemessen
sind. Jeder ist bereit hart zu
arbeiten, hineinzuhackeln und
auch die eine oder andere
Mehrleistung zu erbringen.
Die Ärzte, die einfach ‚das
Werkzeug fallen lassen’, gibt
es ja nicht. Wir wollen unsere
Patienten ja abschließen. Das
tun wir auch gerne, wenn
die Bedingungen rundherum
besser werden.
Karlheinz Kornhäusl
Es ist peinlich genug,
dass die einzelnen
Krankenhäuser an der
Uniklinik für ihr Haus
werben müssen, weil
sie sonst nicht genug
Turnusärzte bekommen.
Christian Thomalla
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