Ærzte
Steiermark
|| 03|2014
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titel
Der Turnus ist an
manchen Abteilungen
grauenvoll, an ande-
ren sind die Primarii
aber sehr bemüht, je-
der kennt auch solche
Beispiele. Das Ende
der Fahnenstange ist
aber noch lange nicht
erreicht. Wir arbeiten
mit der KAGes hart
daran, etwas auf die
Beine zu stellen. Das
wird uns gelingen.
Karlheinz Kornhäusl
Verbesserungen pas-
sieren aus den falschen
Gründen. Aus der Per-
sonalnot heraus und
nicht, weil man besser
ausbilden will.
David Windisch
Wenn man das
Gesundheitssystem
reformieren will, sollte
man die Leute fragen, die
in dem System arbeiten.
Das sind die Pflegekräfte und
die Ärzte, die im Endeffekt die
Medizin machen. Man muss
sich an den Bedürfnissen der
Patienten orientieren und sa-
gen, wie man sie bestmöglich
behandeln kann.
Wolfgang Oswald
Es ist kein Kindergeburtstag,
es ist Arbeit. Man muss seine
Ausbildung auch abholen und
einfordern. Wir müssen aber
auch den Staff sensibilisieren.
Es ist deren Pflicht, die jungen
Ärzte auszubilden. Dafür muss
es aber auch den Ausbildungs-
oberarzt geben. Dann werten
wir die Ausbildung aber auch
auf, indem dieses Funktion
entsprechend honoriert wird.
Karlheinz Kornhäusl
Es geht nicht nur darum,
die Zeit abzusitzen. Ich
schaue als Allgemeinmedizi-
nerin in der Grippezeit zwei
Dritteln meiner Patienten in
den Hals oder ins Ohr. Wäre
ich an der HNO-Klinik nicht
selbst in Ambulanz gegan-
gen, hätte ich dort nieman-
dem ins Ohr geschaut.
Das ist die Realität.
Kathrin Sieder
Viele Kolleginnen und Kollegen
– vor allem Frauen – bekommen
ständig nur kurze Karenzvertre-
tungen, auch wenn sie schon
lange Zeit im Haus sind, damit
wird den Frauen die Möglichkeit
der Familienplanung genommen
– man kann sozusagen pokern:
Werde ich schwanger und der
Chef nimmt mich danach wieder
zurück, oder bin ich dann ar-
beitslos, zusätzlich ist das Ka-
renzgeld ja auch weniger, wenn
die befristete Stelle währenddes-
sen ausläuft.
Birgit Wolff
Der Begriff
Work-Life
Balance hat
heute
eine völlig
andere Bedeu-
tung als früher.
Das geht nicht in
die Köpfe einiger
Dinosaurier hinein.
Alexander Moussa
So viele Frauen wünschen
sich ein Jobsharing-Modell.
Auch weil sie das Arbeiten
im Team besser finden, man
kann sich austauschen, Be-
funde besprechen. Sie wür-
den es auch in Kauf nehmen,
dass sie deutlich weniger
verdienen. Aber natürlich
muss die Leistung fair be-
zahlt werden. Es geht aber
nicht ums Geld.
Aida Kuljuh