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Ærzte
Steiermark
 || 03|2014
promotion schlafapnoesyndrom
den Arzt über das von der
automatisierten Auswertung
produzierte Ergebnis hinaus
unbedingt erforderlich ist,
um realitätsnahe Befunde
zu generieren. Ein AHI (Ap-
noe-Hypopnoe-Index = Ate-
maussetzer pro Stunde als
wichtigster Parameter zur
Schweregradeinschätzung)
von
10/h wirft den Ver-
dacht auf eine Schlafapnoe
auf und sollte eine Untersu-
chung im Schlaflabor nach
sich ziehen. Ergibt die Po-
lygraphie einen geringeren
Wert, sollte das Augenmerk
auf eine mögliche Lage-
oder Schlafphasenabhän-
gigkeit der Apnoen erfol-
gen, da Rückenlage und
REM (rapid eye movement
= Traumschlaf im engeren
Sinn) sensible Phasen in
der Atmungskontrolle im
Schlaf darstellen und natür-
lich nicht jede Nacht glei-
chermaßen häufig auftreten.
In der Polygraphie, welche
im Standardfall ohne EEG
und damit Schlaf­analyse
auskommen muss, fällt
dann aber blockweises bzw.
periodisches Auftreten der
respiratorischen Ereignisse
auf. Im Zweifelsfall sollte
auch eine Wiederhol­ung der
Untersuchung in Betracht
gezogen werden. Bei wider-
sprüchlichen Ergebnissen
bzw. klinisch eindeutiger
Hypersomnie, trotz nicht
signifikanten Ergebnisses
in der Polygraphie, sollte
dennoch eine Vorstellung
im Schlaflabor erfolgen, wo
neben der Möglichkeit ei-
ner umfassenden nächt-
lichen Untersuchung (Poly-
somnographie) auch eine
spezialisierte differentialdi-
agnostische Aufarbeitung
einer Hypersomnie (z.B.
Vorliegen internistischer Er-
krankungen wie Anämie,
Hypothyreose bzw. einer
Depression, Syndrom der
verzögerten Schlafphasen)
durchgeführt werden kann.
Die Polysomnographie
(PSG) stellt derzeit den
Goldstandard der Diagnostik
der Schlafapnoe dar. Hierzu
verbringt der Patient eine
Nacht in einem Schlaflabor,
wo unter optimierten Bedin-
gungen (Temperatur, Hel-
ligkeit, Lärmpegel) eine um-
fassende Aufzeichnung von
Atmung und assoziierten
Parametern erfolgt. Neben
dem Atemfluss (nasale Stau-
druckmessung und oraler
Thermistor für Atemfluss von
sowohl Nase als auch Mund)
und Atemanstrengung über
Thorax- und Abdomengurte,
Sauerstoffsättigung und
Schnarchen als respirato-
rische Parameter werden
EEG, EOG (Elektrookulo-
gramm), EMG (Elekromyo-
gramm) im Bereich von Kinn
(Muskelaktivität zur Identifi-
kation von REM) zur Schlaf-
analyse bzw. EMG im Be-
reich der beiden Tibiae zur
Diagnostik von nächtlichen
Beinbewegungen abgeleitet.
Weitere Informationen erhält
man über kontinuierliche
EKG- und Blutdruckmes-
sung (nicht-invasiv). Diese
sindwichtig zur ergänzenden
Diagnostik (Non-Dipping,
Rhythmusstörungen). Mit-
tels PSG kann zwischen
verschiedenen Formen der
Schlafapnoe unterschieden
werden, deren therapeu-
tische Ansätze sich ebenfalls
unterscheiden: Obstruktive
Schlafapnoe (Abb. 2), zen-
trale Schlafapnoe (Abb. 3)
und kombinierte oder kom-
plexe Formen bzw. Hypo-
ventilationen.
Neben der Art wird mittels
PSG auch der Schwere-
grad der Erkrankung defi-
niert. Hier kommt zunächst
die Zahl der Atemaussetzer
(AHI) in Betracht, wobei ein
AHI < 5/h als Normalbe-
fund gilt, 5-15/h entspricht
einem leichten SAS,
15/h
bis 30/h einem mittelgradi-
gen,
30/h einem schweren
Befund. Allerdings müs-
sen zusätzliche Informati-
onen beachtet werden, um
das Bild zu komplettieren:
Länge der respiratorischen
Ereignisse, Ausmaß und
Tiefe der Desaturationen,
Ausmaß der Aufhebung der
normalen Schlafarchitektur
(diese führt zum Leitsym-
ptom der Tagesmüdigkeit),
Vorliegen von Beinbewe-
Wie leicht fällt es Ihnen,
in folgenden Situationen einzuschlafen?
Gemeint ist nicht das Gefühl müde zu sein, sondern auch wirklich einzuschlafen. Die
Fragen beziehen sich auf das normale tägliche Leben der vergangenen Wochen. Auch
wenn Sie einige der beschriebenen Tätigkeiten in letzter Zeit nicht erlebt haben, versu-
chen Sie sich bitte vorzustellen, wie Sie in entsprechenden Situationen reagiert hätten.
Bitte kreuzen Sie auf der folgenden Skala die entsprechende Zahl an:
00 würde nie einschlafen
01 würde kaum einschlafen
02 würde möglicherweise einschlafen
03 würde mit großer Wahrscheinlichkeit einschlafen
Sitzen und lesen
00 01 02 03
Fernsehen
00 01 02 03
Sitzen an einem öffentlichen Ort (Theater, Sitzung, Vortrag)
00 01 02 03
Als Mitfahrer in einem Auto während einer Stunde ohne Halt
00 01 02 03
Abliegen am Nachmittag, um auszuruhen,
wenn es Umstände erlauben
00 01 02 03
Sitzen und mit jemandem sprechen
00 01 02 03
Ruhig nach dem Mittagessen sitzen (ohne Alkohol)
00 01 02 03
Im Auto beim Stopp an einer Ampel während einiger Minuten
00 01 02 03
Abb.4 EpworthSleepinessScale = ESS
1...,22,23,24,25,26,27,28,29,30,31 33,34,35,36,37,38,39,40,41,42,...68