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Ærzte
Steiermark
 || 03|2014
Foto: beigestellt
promotion schlafapnoesyndrom
dem Obesitas-Hypoventi-
lations-Syndrom und der
höhergradigen COPD einge-
setzt, da diese Beatmungs-
form auch eine Regulation
einer Hyperkapnie erlaubt.
Zusätzlich zu den individuell
angepassten Druckniveaus
gibt es hier auch die Mög-
lichkeit, eine Beatmungsfre-
quenz zu programmieren,
was in manchen Indikati-
onen erforderlich ist.
Adaptive
Servoventilation
ASV wurde speziell für zen-
trales SAS/Cheyne-Stokes-
Atmung (CSR) entwickelt.
Neben der Möglichkeit
zweier Druckniveaus, ähn-
lich dem Bilevel, liegt die
Besonderheit darin, dass
die inspiratorische Druckun-
terstützung einem speziellen
Algorithmus folgt, um sowohl
Hypo- als auch Hyperven-
tilationen zu vermeiden und
damit das typische Crescen-
do-Decrescendo-Muster
der CSR zu glätten. Mithil-
fe dieses Algorithmus und
allfälliger Frequenzzugabe
können zentrale Apnoen und
CSR überwunden werden.
Bei all diesen Beatmungs-
formen ist es wichtig, eine
individuelle Anpassung der
Programmierung und der
Masken zu gewährleisten
und der Aufklärung und
Schulung der PatientInnen
und allfällig der Angehörigen
ausreichend Zeit einzuräu-
men. Die Erfolgsrate die-
ser Behandlungsformen wie
auch die Akzeptanz liegt bei
etwa 95%.
Alternativen
Bei Rückenlage-Abhängig-
keit der respiratorischen Er-
eignisse kann alternativ auch
eine sogenannte Lagethe-
rapie versucht werden, d.h.,
die PatientInnen schlafen mit
einer Art Rucksack, der eine
Rückenlage verhindert. Ent-
sprechende Modelle können
selbst angefertigt oder kom-
merziell erworben werden.
Eine weitere Möglichkeit ist
die Anwendung einer Pro-
trusionsschiene, um das Zu-
rückfallen von Unterkiefer,
Zungengrund und angren-
zender Weichteile im Schlaf
zu verhindern. Diese Schie-
nen sollten jedoch auch
von einer/von einem ent-
sprechendem Fachärztin/
Facharzt (meist HNO oder
Zahn) mit somnologischer
Ausbildung bzw. Erfahrung
angepasst werden. Je nach
antatomischen Verhältnis-
sen können in einigen Fällen
operative Maßnahmen sinn-
voll sein, allerdings ist hier
eine strenge Auswahl der
PatientInnen und Verfahren
durch einen schlafmedizi-
nisch geschulte/n Fachärz-
tin/Facharzt anzuraten.
Für alle PatientInnen, die
mittels einer der genannten
Alternativen behandelt wer-
den, gilt wie auch für die Pa-
tientInnen unter Beatmungs-
therapie, dass regelmäßige
Kontrollen bei Fachärztinnen
und Fachärzten mit somno-
logischer Erfahrung durch-
geführt werden müssen,
damit Veränderungen von
Befund oder Befindlichkeit
rechtzeitig registriert werden
und Therapieanpassungen
erfolgen können.
Zusammenfassung
Das SAS ist eine weitver-
breitete Erkrankung, die Zu-
sammenhänge mit vielen
internistischen und neu-
rologischen Erkrankungen
aufweist und eine große
Rolle für Morbidität und
Mortalität spielt. Diagnos-
tik und Therapie erfolgen
durch Fachärztinnen und
Fachärzte und Zentren mit
entsprechender Expertise.
Hausärztinnen/Hausärzte
und Fachärztinnen/Fach-
ärzte verschiedener Diszi-
plinen (Innere Medizin, Neu-
rologie, Psychiatrie, HNO,
Zahn) sind aber diejenigen,
die mit Symptomen und
Erkrankungen konfrontiert
sind, die an ein SAS denken
lassen sollten, und spielen
damit in der Identifikation
Betroffener eine entschei-
dende Rolle.
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