AERZTE Steiermark 02/2026
Steirische Ärzt:innen haben nachweislich das beste Gehaltsschema
Die Verhandlung und Umsetzung der Gehaltsreform – ein enormer Kraftakt, der sich mehr als ausgezahlt hat: 2,5 Jahre intensive Verhandlungsarbeit der Kurie haben eine nachhaltige Verbesserung der Gehaltsstruktur für die angestellten Ärzt:innen in der Steiermark bewirkt.
Die Gehaltsreform, die die Kurie Angestellte Ärzte erzielen konnte, und die mittlerweile allen angestellten Ärzt:innen in der Steiermark zu Gute kommt, ist das Ergebnis von mehr als zweieinhalb Jahren intensiver Arbeit, vieler Treffen mit den unterschiedlichen Entscheidungsträgern und unzähliger Verhandlungsstunden. Heute profitieren angestellte Ärzt:innen in allen steirischen Spitälern davon – unabhängig vom Träger, denn mit der formalen Umsetzung im Marienkrankenhaus Vorau wurde Ende des Vorjahres auch in diesem Haus der letzte Schritt gesetzt.
„Mit dieser Reform wurde nun eines unserer wesentlichen Ziele erreicht. Sie ist das Resultat einer langen und konsequenten Arbeit der Standesvertretung“, betont Gerhard Posch, Obmann der Kurie Angestellte Ärzte, der bei den Verhandlungen federführend war.
Durchbruch mit Signalwirkung
Der erste wichtige Meilenstein der Gehaltsreform war der Abschluss mit der KAGes als größte Dienstgeberin, der als Vorbild für die weiteren Verhandlungen diente. Von Ende Mai bis Mitte Juni 2023 wurde mit der KAGes intensiv verhandelt, mit 1.9.2023 kam es bereits zur Umsetzung der Gehaltsreform. Daraufhin folgte der nächste wichtige Schritt mit der Medizinischen Universität Graz (MUG) – hier wurde in enger Ko-operation von wissenschaftlichem Betriebsrat und der Ärztekammer für Steiermark ein maßgeschneiderter Weg gefunden, der über Betriebsvereinbarungen inklusive spezieller Zulagen die Differenz zum KAGes-Schema ausgleicht. Ein Vorzeigeprojekt, wie Posch betont: „Die MUG hat das Modell übernommen und angepasst – ein großer Erfolg für die universitären Ärzt:innen.“
Und die Erfolgsstory konnte, durch die engagierten Verhandlungen der Kurie Angestellte Ärzte, weitergeführt werden: Ein wesentlicher
Player sind die Ordensspitäler und hier gelang ein weiterer Meilenstein im Herbst 2024 mit einer neuen Rahmenvereinbarung für die Barmherzigen Brüder in Graz sowie in Kainbach. Es folgten die erfolgreichen Abschlüsse mit den Elisabethinen und dem Diakonissen-Krankenhaus Schladming. Träger wie Stadt Graz und NTK Kapfenberg schlossen sich dem neuen Gehaltsschema ebenso an. Konkret bedeutet das für angestellte Ärzt:innen, dass alle von den höheren Gehältern profitieren – und zwar unabhängig davon, bei welchem Träger sie beschäftigt sind.
Rückwirkend in Kraft getreten
Auch wenn die Umsetzungen nacheinander erfolgten, konnten die Ärzt:innen quasi gleichzeitig profitieren: „Uns war es besonders wichtig, zu erreichen, dass das bessere Gehaltsschema überall rückwirkend mit 1.9.2023 in Kraft tritt“, streicht Kurienobmann-Stellvertreter Gerald Wolf diesen Vorteil für die angestellten Ärzt:innen hervor.
Da die künftige Valorisierung auf einem deutlich höheren Grundgehalt aufsetzt, steigen durch die neue Gehaltsstruktur die Einkommen der angestellten Ärzt:innen jährlich „automatisch“ weiter an. In vielen Fällen ergeben sich dadurch – in Kombination mit der Reform und den bisherigen Valorisierungsschritten – Einkommenssteigerungen von über 50 Prozent, ein Effekt, der nicht nur einmalig wirkt, sondern langfristig und nachhaltig spürbar bleibt. „Die prozentuelle Erhöhung errechnet sich aus einem höheren Grundgehalt und dieser Effekt wiederholt sich durch die Valorisierung jedes Jahr“, so Posch.
Stärkung der Versorgung
Kurienobmann-Stellvertreter Gerhard Postl hebt die langfristige Wirkung hervor: „Die erzielte Gehaltsreform sorgt für eine einheitlichere und gerechtere Vergütungsstruktur und sie ist zusätzlich ein starkes Signal an junge angestellte Ärzt:innen.“ Dass der erzielte Erfolg eine Signalwirkung hat, spiegelt sich auch in den Ärztezahlen wider: Die Steiermark verzeichnet aktuell einen Rekordwert mit über 7.000 eingetragenen Ärzt:innen – ein Höchststand, der auch auf die verbesserten Rahmenbedingungen zurückzuführen ist. Damit wird klar: Die Arbeit der Kurie zahlt sich nicht nur für jede einzelne Ärztin und jeden einzelnen Arzt aus – sie stärkt auch nachhaltig die gesamte Gesundheitsversorgung im Land.
Standesvertretung, die wirkt
Die Kurie Angestellte Ärzte hat mit dieser Reform nicht nur ein Gehaltsmodell verbessert, sondern ein Zeichen gesetzt: für Anerkennung, Fairness und Zukunftssicherheit im ärztlichen Beruf. Und sie ruht sich auf diesem Erfolg nicht aus, sondern wird weiterhin als starke und engagierte Standesvertretung im Sinne der angestellten Ärzt:innen arbeiten.
Foto: Schiffer, Furgler